Drahtlose Lösungen Nr. 5
Sigfox – Bereitstellen von IoT-Kommunikation
Wir sind lokale Netzwerke wie WLAN, ZigBee und Bluetooth gewöhnt, die in der Regel nur ein paar Meter weit reichen. Sie verbinden Gateways mit IoT-Geräten, die in der Komplexität von PCs und Drucker bis zu Türklingeln und Thermostaten reichen. Allerdings geht es bei IoT-Technologie ebenso um großformatige Modelle, die weitläufige geografische Bereiche abdecken, beispielsweise die Überwachung von Luftverschmutzung und Wasserständen, die Kontrolle von Verkehrsfluss und Parkplätzen sowie landwirtschaftliche und andere Anwendungen. Obwohl diese Anwendungen breit gefächert sind, stellen sie dieselben Anforderungen an die Sensoren und Kommunikationsnetzwerke, die sie verwenden:
- Da diese Anwendungen in der Regel zahlreiche Sensoren an weit verteilten Standorten verwenden, müssen sie mit minimalem Energieaufwand laufen. Dies kann Energiegewinnung ermöglichen, oder zumindest minimale Intervalle zwischen Akku-Aufladungen; so werden die Kosten minimiert, die das Verwenden und Wechseln zahlreicher Akkus mit sich bringt. Daher müssen die drahtlosen Kommunikationsnetzwerke ebenfalls stromsparend sein, um dieses Ziel zu unterstützen.
- Solche Sensoren generieren für gewöhnlich keine hohen Datenvolumen und sind möglicherweise sogar über längere Zeit hinweg inaktiv. Gleichzeitig müssen die zugehörigen Kosten wie das Energiebudget minimiert werden. Diese Szenarien erfordern ein Netzwerkprotokoll, das Energie- und Kosteneinsparung gegenüber unnötig hohen Datenraten priorisiert.
- Niedrige Kosten sollten keine oder niedrige Abonnementsgebühren sowie einfache, kostengünstige Hardware bedeuten.
- Übertragungen über hohe Entfernung sollten möglich sein, bei gleichzeitiger Minimierung von Störgeräuschen.
- Die Netzwerkkapazität muss hoch sein, um die erhebliche Anzahl an Edge-Geräten zu unterstützen, die ein großformatiges Projekt möglicherweise verwendet.
- Sicherheitselemente sollten integriert sein.
Welche drahtlosen Netzwerke mit hoher Reichweite sind also die wichtigsten, und wie sind sie hinsichtlich dieser Herausforderungen ausgestattet?
Die meisten etablierten Lösungen verwenden entweder eines der lizenzierten Protokolle oder LPWANs mit niedrigem Energieverbrauch wie LoRaWan und Sigfox, die keine SIM-Karten benötigen.
Mobilfunknetze profitieren davon, dass sie an den meisten Orten der Welt über eine gut etablierte, stabile Infrastruktur verfügen. Allerdings wurden diese Netze ursprünglich nicht für IoT-Geräte entwickelt; sie sind darauf ausgelegt, große Mengen von Daten zu übertragen, mit den zugehörigen Nachteilen hinsichtlich Energie und finanzieller Budgets. Sogar LTE-M (oder LTE-MTC), entwickelt vom Third Generation Partnership Projekt (3GPP) für Maschinenkommunikation, ist auf Endgeräten teuer zu implementieren, da die Kosten für Installation, Wartung und Betrieb hoch sind. Allerdings bietet es einen Ansatz des niedrigen Energieverbrauchs.
Weitere Informationen über Mobilfunknetzwerke und LPWANs finden Sie in unseren Artikeln Cellular-IoT-Trends, Teil 1, Cellular-IoT-Trends, Teil 2 und Cellular-IoT-Trends, Teil 3. Ein weiterer Artikel, LoRaWAN als IoT-Netzwerklösung, wirft einen genaueren Blick auf die LoRaWAN-Umgebung. Als Ergänzung dient der aktuelle Artikel, der sich auf Sigfox konzentriert.
Überblick über die Architektur und Funktionen von Sigfox

Abb. 1 zeigt die wichtigsten Sigfox-Netzwerkkomponenten.
Sigfox stellt das erste globale IoT-Netzwerk bereit, das auf Milliarden Objekte hören kann, die Daten übertragen, ohne Netzwerkverbindungen herstellen und aufrechterhalten zu müssen. Dieser Ansatz verfügt über kein Signal-Overhead sowie ein kompaktes und optimiertes Protokoll und muss keine Objekte dem Netzwerk zuweisen. Sigfox bietet eine softwarebasierte Kommunikationslösung, bei der die gesamte Netzwerk- und IT-Komplexität in der Cloud verwaltet wird, anstatt auf den Geräten. Durch die Kombination dieser Elemente werden der Energieverbrauch und die Kosten hinsichtlich der verbundenen Geräte drastisch reduziert.
Sigfox ist ein globales Netzwerk, das eine einfache Sterntopologie verwendet, aber die Objekte sind nicht an spezifische Basisstationen gebunden. Milliarden von Objekte senden ihre Nachrichten aus, die dann von Basisstationen in Reichweite empfangen werden; jede einzelne der weltweit verteilten und von Netzwerkbetreibern eingesetzten Basisstationen ist mit der großen Sigfox-Cloud verbunden. Die Basisstationen erkennen, demodulieren und melden die Nachrichten an die Sigfox-Cloud. Die Cloud sendet die Nachrichten anschließend per Push an die Server und IT-Plattformen der Kunden.
Sigfox-Merkmale – Unter die Lupe genommen
Ultraschmalband-Funkmodulierung
UNB bietet große Kanalkapazität, lange Übertragungsentfernungen und Resistenz gegen Störgeräusche.
- Sigfox verwendet Ultraschmalband (UNB)-Funktechnologie auf 868 MHz (gemäß ETSI 300-220) in Europa und dem Nahen Osten und auf 902 MHz (gemäß FCC Teil 15) in Nordamerika.
- Diese Frequenzbereiche sind öffentlich verfügbar.
- Die Bandbreite beträgt 192 kHz.
- UNB erzeugt ein relativ schmales Funksignal. Dementsprechend kann eine größere Anzahl von Signalen gleichzeitig generiert werden.
- Jede Nachricht hat eine Breite von 100 Hz und wird je nach Region mit 100 oder 600 Bit pro Sekunde übertragen.
- Modulierung und Protokoll von Sigfox sind nicht auf hohe Geschwindigkeit ausgelegt, aber sie sind hocheffizient, wenn es um die Leistungsübertragungsbilanz geht. Dank der hohen Leistungsübertragungsbilanz ist eine hohe Kommunikationsdistanz möglich.
- UNB verwendet darüber hinaus kleinere Funkrahmen; so wird im Vergleich zu einem konventionellen Protokoll mit größerem Overhead die Datenkapazität erhöht und die Energie reduziert.
- Dadurch können große Entfernungen mit hoher Resistenz gegen Störgeräusche erreicht werden.
- Verwendet D-BPSK (binäre PSK)-Modulierung: Verwendet nur 1 Hz zur Übertragung bei 1 bit/s, wodurch ein Signal nur einen minimalen Bruchteil des Kommunikationsbereichs belegt.
- D-BPSK wird aus drei Gründen verwendet:
- Einfach zu implementieren
- Niedrige Bitrate ermöglicht Verwendung kostengünstiger Bauelemente
- Da die Signalleistung von Sigfox auf eine schmale Bandbreite konzentriert ist, können Basisstationen sehr empfindlich sein und Signale demodulieren, die nah am Grundrauschen liegen; verbessert die Resistenz gegen Störungen
- Die Empfindlichkeit der Basisstation kann -142 dBm bei 100 bit/s oder -134 dBm bei 600 bit/s betragen.

Abb. 1: UNB-Frequenzspektrum Sigfox – Bild von Sigfox
Leichtgewichtiges Protokoll
Sigfox wurde konzipiert, um kleine Nachrichten mit minimalem Overhead zu verschicken; das bedeutet weniger Energieverbrauch und längere Akkulaufzeit. Das Protokoll herkömmlicher Systeme ist optimiert für den Transport großer Datenmengen, arbeitet aber in der Regel hochgradig ineffizient. Ein Sigfox-Rahmen trägt 12 Byte an Daten mit einem Maximum von 26 Byte, Overhead eingeschlossen. Zum Vergleich: Ein IP-Stack verfügt über einen 40 Byte großen Header, auch wenn nur 12 Byte Daten transportiert werden.
Herkömmliche Systeme verwenden Overhead-Traffic, um den Netzwerkkanal zu erstellen und zu verwalten, ohne jegliche Optimierung für Sparse-Daten. Dieses leichtgewichtige Protokoll hat zwei wichtige Vorteile:
- Jedes Daten- und Overhead-Byte verbraucht Energie; die Verwendung dieser effizienten Rahmen optimiert also die Akkulaufdauer des Endgerätes
- Weniger Overhead bedeutet mehr Kapazität für Benutzerdaten
Kleine Datenmenge
Die Datenmenge einer Uplink-Nachricht beträgt bis zu 12 Byte; es dauert durchschnittlich zwei Sekunden, bis sie drahtlos die Basisstationen erreicht, die das Spektrum auf UNB-Signale überwachen, die sie demodulieren können. Für eine Datenmenge von 12 Byte verwendet ein Sigfox-Rahmen insgesamt 26 Byte. 12 Byte sind beispielsweise:
- 2 GPS-Koordinaten mit einer Toleranz von 3 m
- 6 Meldungen eines Laborthermometers mit einer Reichweite von -100°/+200° mit einer Toleranz von 0,004°
- 12 Meldungen einer Radarfalle mit bis zu 255 km/h
- 96 Meldungen eines Schalters, beispielsweise: auf Tag/Nacht gestellt, warm/kalt, an/aus
- Außerdem werden Null-Byte-Meldungen verwendet, um anzuzeigen, dass ein Gerät aktiviert und online ist
12 Byte ist das Maximum, kein Mindestwert; wenn nur die erforderliche Datenpaketgröße gesendet wird, spart das Energie und Akkulaufdauer. Ein Gerät kann bis zu 140 Nachrichten pro Tag übertragen. Die zulässige Datenmenge für Downlink-Nachrichten beträgt 8 Byte; hierbei sind 4 Nachrichten pro Tag erlaubt. Download-Nachrichten werden beispielsweise verwendet, wenn:
- zusätzliche Daten zu einem Ereignis auf dem Gerät benötigt werden
- Anpassungen an Sensorgröße, Nachrichtenfrequenz usw. vorgenommen werden sollen
- ein Firmware-Upgrade gewünscht wird; dieses würde zu einem günstigen Zeitpunkt mit einer Lösung mit einer höheren Übertragung erfolgen, beispielsweise über ein GSM-Modem
Weitere Faktoren für die Quality of Service, Kapazität und Energieeffizienz
Durch Zufallszugriff wird kein Overhead benötigt; so wird keine Energie für das Synchronisieren von Geräten mit dem Netzwerk vergeudet. Das Gerät überträgt eine Nachricht an eine zufällige Frequenz und anschließend zu unterschiedlichen Zeiten zwei Repliken an andere Frequenzen; dies nennt man „Zeit- und Frequenzdiversität“.

Abb. 2: Uplink-Übertragung und Frequenz-Hopping – Bild von Sigfox
Kooperativer Empfang: Anders als Mobilfunkprotokolle sind Geräte nicht spezifischen Basisstationen zugeordnet. Die gesendete Nachricht wird von allen Basisstationen (durchschnittlich drei) empfangen, die in der Nähe sind. Dies nennt sich „räumliche Diversität“.

Empfang einer Nachricht durch mehrere Sigfox-Basisstationen – Bild von Sigfox
Niedrige Stromstärke im Leerlauf: Geräte verbringen mehr als 99% der Zeit im Leerlauf; die Stromstärke im Leerlauf ist sehr gering und beträgt oft nur wenige Nanoampere.

Abb. 4: Niedrige Stromstärke im Leerlauf bedeutet längere Akkulaufzeit – Bild von Sigfox
Benutzeroberfläche und Rolle der Sigfox-Cloud
Die Sigfox-Cloud unterstützt sämtliche Sigfox-Dienste. Zum Abrufen der Nachrichten, aber auch zum Verwalten aller Objekte und Benutzerteile, interagieren Kunden und Partner von Sigfox direkt mit der Sigfox-Cloud. Datenzugriff, Rechnungsstellung, Verwaltung von Benutzer und Geräteflotte, Service Maps und andere Funktionen der Sigfox-Cloud können über drei Schnittstellen verwaltet werden.
- Das Webportal kann über einen einfachen Browser geöffnet werden; so können Endverbraucher auf alle Cloud-Funktionen zugreifen.
- Über API ist automatisierter Zugriff per Skript auf alle über das Portal verfügbaren Dienstbereitstellungs-Funktionen möglich.
- API-Zugriff arbeitet im Pull-Modus
- API ermöglicht Integration von Sigfox-Funktionen in Plattformen von Drittanbietern
- Zum Beispiel können Sie Vorgänge wie das Registrieren von Geräten innerhalb einer externen Plattform durchführen
- Rückrufe: Sie empfangen im Push-Modus automatisch neue Ereignisse wie Nachrichten
- Dies entfernt den kostspieligen Overhead (sowohl für die Sigfox-Cloud als auch für die Kundenserver), den das ständige Abfragen von Nachrichten erfordern würde
Der Zugriff auf die Cloud-Dienste und das Toolpaket von Sigfox hängt vom Benutzerprofil ab.
- Ein Administrator kann Benutzer und die Geräteflotte verwalten, Service Maps einsehen und Verträge überprüfen
- Ein Distributor kann Verträge erstellen
- Ein Bediener hat Zugriff auf das Funkplan-Tool und die Netzwerküberwachungs-Tools
- Ein Benutzer ist je nach Einstellungen möglicherweise auf das Anzeigen von Nachrichten beschränkt
Abdeckung und Reichweite
Sigfox bietet in ländlichen Gebieten eine Reichweite von 30 bis 50 km, in städtischen Gebieten eine von 3 bis 10 km.
Die hohe Reichweite von Sigfox ist bedingt durch die geringe Datenrate, die Output-Leistung der Geräte und die Empfindlichkeit der Basisstationen. Bei Verwendung eines Sub-GHz-Bereichs ist im Vergleich zu Netzwerken bis 2,4 GHz auch im Innenbereich eine gute Abdeckung möglich.
Sigfox bietet eine Abdeckung in fast 40 Ländern, entweder durch eigene Netzwerke oder häufiger durch die von Partnern. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite Https://www.Sigfox.com/en/coverage.
Nachdem WND-UK zum bereits vorhandenen Betreiber Arqiva hinzugefügt wurde, plant Sigfox im Vereinigten Königreich eine Abdeckung von 95% bis zum Jahr 2019. Die Netzwerke von WND-UK und Arqiva sind vollständig kompatibel.
So ehrgeizig dieses Ziel auch scheinen mag, wird es mit der niedrigen Energie und Bandbreite von Sigfox einfacher zu erreichen sein als mit energieintensiven Diensten mit hoher Bandbreite wie 4G.
„Die Basisstationen sind einfacher einzurichten und können ohne schwierige Konfiguration in das bereits vorhandene Niedrigenergie-Netzwerk integriert werden, ganz anders als bei der Installation einer traditionellen Mobilfunkzelle“, so Ian Hughes, IoT-Analyst beim IT-Beratungsunternehmen 451 Research.
Wenn Geräte im Freien oder in der Nähe einer Öffnung verwendet werden, gilt die versprochene Abdeckung für das gesamte Vereinigte Königreich, und die seitens Sigfox geplante Abdeckung trifft zu. Wenn die Sigfox-Objekte unterirdisch, in einem Keller, in einem Sicherheitsfach oder unter anderen schwierigen Bedingungen verwendet werden, ist eine professionelle Einschätzung nötig. Dies beinhaltet eine spezifische Studie mit sowohl einer theoretischen Simulation als auch mit Feldmessungen. Je nach Einzelfall, der nötigen Zustimmung und dem potenziellen Markt selbst könnte eine Verdichtung der Basisstationen erforderlich sein.
Sicherheit
Sigfox implementiert Sicherheitsmaßnahmen sowohl auf Ökosystem- als auch auf Geräteebene.
Das Ökosystem implementiert Security by Default:
- Authentifizierung + Integrität + Anti-Replay bei Nachrichten, die über das Netzwerk verteilt werden
- Verschlüsselung basierend auf Advanced Encryption Standard (AES) ohne OTA-Übertragung von Schlüsseln
- Verschlüsselung der Datenmenge als Option zur Sicherstellung der Vertraulichkeit der Daten
Durch Isolierung der einzelnen Teile des Netzwerks und Bewertung der Risiken ist im Fall eines Hacking-Angriffs nur ein geringer Teil des Netzwerks betroffen
Für Geräte hat Sigfox drei Sicherheitsstufen definiert. Der Anbieter der Anwendung kann sich für die Stufe entscheiden, die am besten zu seinem Projekt und dessen Sensibilität passt.
- Mittlere Stufe – Die Sicherheitsdaten werden auf dem Gerät gespeichert
- Hohe Stufe – Die Sicherheitsdaten werden in einem softwarebasierten geschützten Bereich gespeichert
- Sehr hohe Stufe – Die Sicherheitsdaten werden in einer sicheren Umgebung gespeichert.
Das sichere Element hilft außerdem bei der Verschlüsselung der Daten, die über das Netzwerk übertragen werden. Nur das Gerät und der Endkunde kennen den geheimen Schlüssel. Der Algorithmus hat keine Auswirkung auf die Datenmenge. Die Nachricht ist zwar verschlüsselt, aber die Datenmenge beträgt nach wie vor 12 Byte.
Geschätzte Sigfox-Verbindungen bis 2024 (in Millionen)
- Gebäudeautomatisierung – 433
- Intelligente Messlösungen – 341
- Gebäudesicherheit – 262
- Haushalt-Informationsgeräte – 250
- Weißware – 228
- Landwirtschaft – 117
Vergleich zwischen Sigfox und LoRa
Geschäftsmodell
Sigfox ist Eigentümer sämtlicher Technologien, von den Backend-Daten über die Cloud-Server bis zur Endpunkt-Software.
Jeder Halbleiterhersteller darf kostenlos auf die Endpunkt-Technologie zugreifen, sofern er gewisse Bedingungen erfüllt. STMicroelectronics, Atmel und Texas Instruments stellen Sigfox-Übertragungsgeräte her.
Das Ziel von Sigfox ist es, die Anwendung wirklich kostengünstig zu gestalten.
Sigfox verdient sein Geld dadurch, dass Netzwerkbetreiber Lizenzgebühren für den Wiederverkauf von Sigfox-Technologieprodukten an Kunden entrichten. Anders gesagt verschenkt Sigfox die Voraussetzungen für die Hardware, verkauft Software und Netzwerk jedoch als Dienstleistung.
Die LoRa Alliance behauptet, offener zu sein als Sigfox. Ihre Netzwerkverwaltungs-Spezifikation ist relativ offen, mit Spezifikationen, die heruntergeladen werden können. Der offene Standard hat ebenfalls das Potenzial, flexibel zu sein, obwohl der Ansatz „gemeinschaftliche Entwicklung“ mitunter langsam ist.
Als Teil des offenen Charakters möchte die LoRa Alliance, dass nicht nur Netzwerkbetreiber, sondern auch private Unternehmen und Startups LoRa-Netzwerke einrichten. Darunter fallen sogar Crowdsourcing-Netzwerke wie The Things Network. Dies ist möglich, weil LoRaWAN kein Unternehmen, sondern ein Standard ist, der von einer Gruppe von Unternehmen verwaltet wird, die sich unter dem gemeinnützigen Banner „LoRa Alliance“ formiert haben. Der Erfolg dieser Strategie wird davon abhängen, ob eine gut formulierte Richtlinie das Roaming von öffentlichem zu öffentlichem Netzwerk und von privatem zu privatem Netzwerk erlaubt.
Jeder Hardware- oder Gateway-Hersteller kann ein LoRa-konformes Modul oder Gateway bauen. Allerdings ist Semtech der einzig verfügbare Hersteller von LoRa-Übertragungsgeräten.
Zusammenfassend gesagt bietet Sigfox deutlich günstigere Hardware, da sie ihre Einnahmen hauptsächlich durch Netzwerk-Abonnements erzielen und ein weltweiter IoT-Betreiber werden möchten, während LoRa einen offeneren Standard bietet und Nutzer sogar ermutigt, ihre eigenen Netzwerke einzurichten. Das Ziel der LoRa Alliance ist es, Standards festzulegen und Chips zu verkaufen. Sigfox ist weltweit besser etabliert, aber die Systemtechnologie gehört einem einzelnen Anbieter.
Die Entscheidung zwischen Sigfox und LoRa
Sigfox ist besser geeignet für Anwendungen wie Sensoren, Messgeräte und Alarme, die nur kleine und unregelmäßige Datenschübe senden und keinen Steuerungs-Input benötigen. LoRa hingegen eignet sich eher für Anwendungen wie die Steuerung von Stromnetzen, wenn Steuer- und Befehlsfunktionen mit umfassender zweiseitiger Kommunikation benötigt werden. Tabelle 1 bietet einen eingehenderen Vergleich zwischen den beiden Standards.

Tabelle 1: Vergleich Sigfox/LoRa
Entwicklungs- und Entwurfsprodukte
Farnell bietet mehrere Entwicklungs- und Entwurfsprodukte von Sigfox; einige Beispiele folgen.
Sigma-konformes Ultra-Niedrigenergie-Sendeempfänger-IC ON Semiconductor AX-SFUS für Uplink und Downlink
AX-SFEU und AX-SFEU-AI sind Ultra-Niedrigenergielösungen mit nur einem Chip für einen Knoten im Sigfox-Netzwerk; sie bieten sowohl Up- als auch Downlink. Der Plug-and-Play-Chip AX-SFEU enthält sämtliche Firmware, die zum Übertragen und Empfangen von Daten über das Sigfox-Netzwerk in Europa benötigt wird. Er verbindet das Kundenprodukt mit einer RS242 UART (Logikpegel). AT-Befehle werden verwendet, um Rahmen zu senden und Funkparameter zu konfigurieren.
AX-SFUS
Sigfox-Sendeempfänger-IC wie oben, aber für Region USA
Andere Länder werden ebenfalls unterstützt
Modul Adeunis Si868-25mW
Dieses Sigfox-kompatible RF-Modul ist für hohe Entfernungen bis 15 km geeignet und weist sehr niedrigen Stromverbrauch auf. Zu den Zielanwendungen gehören IoT, Sensornetzwerke, Umwelt, Smart-Gebäude, Messung, Sicherheit und M2M.
STEVAL-FKI 915V1 – Development Kit, Sub-1-GHz-Sendeempfänger, basiert auf S2-LP, ultraniedriger Stromverbrauch
Der Sub-1-GHz-Sendeempfänger STEVAL-FKI 915V1 von STMicroelectronics ist eine Entwicklungsplattform mit ultraniedrigem Stromverbrauch und niedriger Datenrate, die auf S2-LP basiert und ein externes FEM aufweist. Er ist für Sigfox-Anwendungen geeignet.
ARF 8047PA – Sigfox-Sensor-Sendeempfänger
Die Sigfox-Sensoren von ADEUNIS RF sind gebrauchsfertige Funk-Sendeempfänger, mit denen jede Art von Sensor mit 0-10 V, 4-20 mA oder An-/Aus-Funktion in einen drahtlosen Sensor umgewandelt wird. Diese Produkte erfüllen die Anforderungen von Benutzern, die eine Fernüberwachung jeglicher Datenarten durchführen möchten (Temperatur, Druck, Stufe, Feuchtigkeit, CO2, Geschwindigkeit, Leuchtkraft, Öffnung usw.).
Zusammenfassung
Dieser Artikel hat gezeigt, wie die Entwickler von großflächigen IoT-Systemen die Wahl haben, welches drahtlose Netzwerk mit hoher Reichweite sie implementieren. Diese Entscheidung fällt hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, zwischen den verschiedenen lizenzierten Mobilfunkprotokollen und den energiesparenden Wide Area Networks (LPAWNs) wie LoRaWan und Sigfox.
Der Vergleich dieser Protokolle im Zuge dieses Artikels hat gezeigt, dass kein Ansatz für alle Anwendungen optimal geeignet ist. Beispielsweise sind Mobilfunknetzwerke gut für Geräte, die hohe Datenmengen übertragen und möglicherweise empfangen, aber derlei Lösungen werden zu kostspielig, groß und energieintensiv für Netzwerke, die große Mengen weit verteilter, einfacher Sensoren verwenden.
Die Unterschiede zwischen LoRaWan und Sigfox sind ein wenig subtiler, also muss genauer geprüft werden, welches Protokoll besser zum jeweiligen Projekt passt. Der Abschnitt „Die Entscheidung zwischen LoRa und Sigfox“ bietet einen Anfangspunkt, während der Rest des Artikels detailliertere Informationen zur Struktur von Sigfox enthält. In Kombination mit einem weiteren Artikel auf unserer Website, „Das LoRaWAN als IoT-Netzwerklösung“ können Sie so die beiden Protokolle eingehend miteinander vergleichen.
Referenzen (englischsprachig)
https://www.sigidwiki.com/wiki/Sigfox
Https://www.Sigfox.com/en/Sigfox-iot-technology-overview - Ultra Narrow Band Radio Modulation, 3:09.
http://www.rfwireless-world.com/Terminology/Sigfox-specification-table.html
https://internetofbusiness.com/Sigfox-wnd-uk-iot-network-coverage
https://www.disk91.com/wp-content/uploads/2017/05/4967675830228422064.pdf
/lorawan-as-an-iot-network-solution
Drahtlose Lösungen Nr. 5 – Sigfox Bereitstellen von IoT-Kommunikation Datum der Veröffentlichung: 15. Februar 2018 von Farnell



